Equipe_Lottes_Chance

Vor eineinhalb Jahren fanden acht Pferde-Freunde zusammen, um der 23-jährigen Stute Lotte das Gnadenbrot zu schenken. Blick auf eine Gruppe, die unterschiedlicher kaum sein könnte …

Adolf betrachtet das Treiben auf seiner Koppel
Adolf betrachtet das Treiben auf seiner Koppel. Auf dem Foto oben präsentiert sich die Equipe "Lottes Chance" fast komplett: Alex, Adolf, Sabine, Josie ("Platzhalterin für Christiane, die gerade im Urlaub weilt. Und natürlich trägt Josie sonst IMMER einen Helm, wenn sie reitet!), Desiree, Michael, Jenny und Kathrin (von li nach re).

Da ist Christiane, mit ihren 32 Jahren die Jüngste in der Gruppe und Adolf, der knarzige Landwirt, der mit seinen 87 Lenzen der Älteste ist. Dazwischen Alex, Christiane, Desiree, Kathrin, Michael und Sabine. Beruflich decken sie ein breites Spektrum der Gesellschaft ab: Bauer, Justizangestellte, Fachverkäuferin, Erzieherin, Hausfrau, Krankenschwester, Ausbilderin für berufsbegleitende Bildungsmaßnahmen und Vertriebsleiter.

„Schnackt Ihr alle nur oder wollen wir das jetzt machen?“

Kennengelernt haben sie sich im jetzigen Stall. Allen gemein: Die Liebe zu Pferden und eine frühere Bindung an Lotte. Als die Vorbesitzer 2015 vor der Überlegung standen, Lotte einschläfern zu lassen (hier lesen „Hallo, ich bin´s, Lotti!“) mehrten sich die Stimmen, sich zusammenzuschließen und Lotte eine Chance zu geben. Desiree, von allen nur „Desi“ genannt, nahm schlussendlich die Zügel in die Hand und stellte die alles entscheidende Frage: „Schnackt Ihr alle nur oder wollen wir das jetzt machen?“

„Lotte war es uns wert!“

Nur ein Schnacker sein? Die Blöße wollte sich keiner geben und die Übereinkunft, gemeinsam die Verantwortung für Lotte zu schultern, wurde schnell getroffen. Zumal wirklich jeder von ihnen in den Jahren zuvor schon einmal Kontakt zu Lotte hatte. Adolf hat Lotte schon als Fohlen kenngelernt und Michael lernte die Stute bereits kurze Zeit später als Absetzer kennen. Alle anderen begegneten der alten Dame irgendwann in den vergangenen 14 Jahren in irgendeinem Stall in der Umgebung. Vier von ihnen reiten nicht einmal mehr, haben aber nach wie vor eine Bindung an den Stall und seine Bewohner.

auch kathrin liegt lottes wohlergehen am herzen
Kathrin reitet zwar nicht, weil sie "ziemlichen Respekt" vor Pferden hat, aber Lottes Wohlergehen liegt ihr ebenso am Herzen, wie den anderen Teammitgliedern.

Oder wie Michael, dem die acht Jahre alte Tochter von Lotte gehört, es formuliert: „… zu alt, zu dick, zu schwer…“. Er überlässt einer 15-jährigen das Reiten und freut sich, wenn es allen gut geht.

„Sobald etwas ausgesprochen wird, hat Lotte wieder irgendetwas.“

Auf meine Frage, was denn die größte Sorge der Gruppe sei, ertönte erstmal unisono ein allgemeines „Pssssst … sobald etwas ausgesprochen wird, hat Lotte wieder irgendetwas.“ Doch dann war schnell klar: Lottes Beinen gilt nach wie vor die größte Sorge. Insbesondere den Fesselträgern, obwohl sie mittlerweile gut verknorpelt sind und sich eine feste Schale gebildet hat.

Jetzt im Sommer geht es ihr immer ganz gut. Seit fast zwei Monaten ist sie zusammen mit ihren Stallgenossen draußen auf der Weide und genießt die Bewegungsfreiheit. Gut für ihre Arthrose, weil Lotte sich so bewegen kann, wie sie gern möchte. Und wenn es mit den Fliegen mal zu viel wird, dann gibt´s die neue Sternchendecke für den sanftmütigen „Augenstern“ der Gruppe.

lotte mit den anderen auf der koppel
Gemeinsam mit den anderen auf der Weide – im Sommer ist das Pferdedasein am Schönsten .

„Ärger“ auf der Koppel gab es nur, als für kurze Zeit ein „Kerl“ auf der Bildfläche erschien und die Stuten sich um ihn balgten. O-Ton Desi: „Lotte hat ihre drolligen fünf Minuten bekommen und sich gleich mal einen Schmiss am Arsch eingefangen. Jetzt sind die Mädels wieder allein auf dem Feld und es herrscht Ruhe.

„Jeder trägt seinen Teil bei. Nicht nur finanziell.“

Auch die Aufgabenverteilung ist in der Equipe „Lottes Chance“ gut geregelt. Im Sommer wird wegen der Insekten reihum die Koppel abgeäppelt, im Winter werden gemeinsam die Boxen sauber gehalten. Desi verwaltet die Kasse, in die jeder monatlich einen festen Betrag einzahlt. Davon werden die monatlichen Kosten für die Unterbringung ebenso gedeckt, wie für die Produkte, die Lotte für ihr Wohlergehen benötigt. Was übrig bleibt, wird für schlechte Zeiten angespart.

Alex, die neben Lotte noch weitere vier Pferde im Stall stehen hat und aufgrund dessen viel Zeit im Stall verbringt, ist die „Deckenfrau“. D.h. sie ist diejenige die angerufen wird, wenn das Wetter umschlägt „… das Wetter wird schlecht… mach mal schnell“.

lotte liebt leckerlisWenn die Chance auf Leckerlis besteht, streckt Lotte die Zunge sicherheitshalber durchgehend heraus. Trockener Kommentar von Michael: "Lottes Mutter war ein "Zungenstrecker". Kein Wunder, dass sie soviel leckt!"

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Da muss doch noch irgendwo in Desis Tasche ein Leckerli zu finden sein …

Das Beste: Alle gemeinsam genießen regelmäßig ein Feierabendbier. Sogar Lotte bekommt manchmal einen kleinen Schluck ab.

Info: Zusätzlich zu Mash und Oldi-Kraftfutter erhält Lotti täglich Grünlippmuschelpulver von AniPlus um ihre Gelenke geschmeidig zu halten. Außerdem regelmäßig Kräuter für Magen & Darm, sowie InsectShock – ein angenehm riechendes Insektenspray – das hilft im Sommer die Plagegeister fern zu halten.